Bürgerwerkstatt Außenpolitik Europa am 7.12.2018 in Berlin

Ort: Auswärtiges Amt Weltsaal

Veranstalter: Auswärtiges Amt und Stiftung Mercator

Organisation: BE!YOND Strategic Consulting

Teilnehmer: Ca. 110, ausgewählt aus Bewerbungen (nach welchen Kriterien ist nicht wirklich klar). Die Teilnehmer durften ein Fähnchen auf der Deutschlandkarte in ihren Wohnort stecken, das gab einen durchaus interessanten Einblick in die geografische Verteilung. So war Sachsen wohl stärker vertreten als Hessen, ich selbst war der einzige Vertreter für ganz Unterfranken.

Gearbeitet wurde an zehn Thementischen mit jeweils ca. 11 Bürgerinnen und Bürger, einer Moderation (in meinem Fall Reimar Belschner von Beyond) und eine Praktikantin des AA, Christine Seifert)

Themen (jeweils zwei Tische/Gruppen): Migration, EU-Erweiterung, Europäische Werte, Balancierte transatlantische Partnerschaft, Neue europäische Ostpolitik.

Ablauf

Begrüßung: Dr. Jennifer Pernau & Wolfram Springer (Beyond); Videobotschaft von Minister Maas, der vor allem die Migration, die Digitalisierung und das gemeinsame Europa als Herausforderungen hervorhob (warum es dann allerdings weder zu Digitalisierung noch zu Sozialpolitik Thementische gab stieß bei einigen Teilnehmern auf Unverständnis); Inhaltlicher Impuls durch Christoph Wolfrum (Leiter des Stabs für EU-Grundsatzfragen in der Europaabteilung des AA), der sich stark auf Wirtschaftsfragen fokussierte sowie von Imageproblemen, etwa beim Brexit bzw. bei der Mitnahme und Begeisterung der Bürger sprach; es folgten allgemeine Diskussionsbeiträge (Mein Beitrag war der Hinweis, dass Europa eher nicht zur Außenpolitik zu zählen sei, sondern das Bewusstsein geschaffen werden muss, dass achtzig Prozent der europäischen Entscheidungen unsere Innenpolitik bestimmen. Insofern absurd, das Thema im Außenamt anzusiedeln. Mindestens Querschnittsaufgabe. Gilt im Übrigen auch für die Medien, bei vielen konkurriert Europa nach wie vor mit Washington, Moskau oder Peking, falsch angesiedelt. Scheint nicht so schlecht gewesen zu sein, jedenfalls haben mich in der Kaffeepause und auch später mehrere Teilnehmer darauf angesprochen). Mit roten und grünen Karten wurde dann zu einzelnen Aspekten Meinungsbilder abgefragt.

Kaffeepause

Nach der Kaffeepause wurde der Film „Coole Kids“ aus Berlin gezeigt (4-5 Minuten)

Dann Gruppenarbeit an den Thementischen: „Wie kann ein Kompromiss bei der Migrationspolitik aussehen?“ und „Was tun um Fluchtursachen zu bekämpfen?“ Methodisch sollte zwischen Aspekt/Problemfeld (braun) und Meinung/Idee (grün) unterschieden werden, was aber nicht so recht gelungen ist. In unserer Gruppe war die Diskussion insofern interessant, dass mehrheitlich die Migrationsfrage eher als Chance denn als Problem angesehen wurde, von mir gab es dazu eine differenzierte Meinung (sowohl als auch), lediglich von einem Teilnehmer wurde Kritik deutlich gemacht. Man könne nicht gleichzeitig für mehr Demokratie werben, aber dann die Bürger nicht ernst nehmen, wenn sie anderer Auffassung sind.

Mittagessen

Fortsetzung der Gruppenarbeit an den Tischen. Ziel, zu den jeweiligen Themen Vorschläge für Tweets erstellen, dann gemeinsam mit dem Zwillingstisch einen finalen Tweet auswählen. Das war relativ interessant, weil an unserem Tisch (bzw. bei unseren Vorschlägen) die Tweets relativ allgemein gehalten wurden, während die andere Gruppe großen Wert auf Einzelmaßnahmen gelegt hat. Die Auswahl eines gemeinsamen Tweets gestaltete sich daher durchaus schwierig.

Kaffeepause

Jetzt ging es um die Zusammensetzung eines „Europa-Puzzles“, jeder Teilnehmer bekam ein Stück und durfte darauf eine Botschaft schreiben und später dieses Teil mitnehmen.

Nachdem es gelungen war, das Puzzle erfolgreich zusammenzusetzen folgte die Vorstellung der Ergebnisse. Dazu war Axel Dittmann, zuständig für europäische Grundsatzfragen gekommen. Der hörte sich kurz die Tweets bzw. die Begründung der einzelnen Themenfelder an und stellte ein paar „kluge“ Fragen. Diese Präsentation war ein ziemlicher Leerlauf, danach gab es noch diverse Fotos mit und ohne die wichtigen Leute, ein Beispiel.

Schließlich wurde an den Tischen noch über den Tag gesprochen. Für mich war der zeitliche Rahmen viel zu anspruchsvoll, zu eng getaktet, es fehlten zeitliche Puffer. Was die thematische Auswahl angeht, da hätte man vielleicht die Interessen der Bewerber abfragen sollen, nicht alle waren mit dem ihnen zugewiesenen Thema so richtig glücklich. Auf der Webseite des AA soll es demnächst noch eine Zusammenfassung geben.

20.12.2018 wh

Und hier gehts zur Dokumentation des Auswärtigen Amts:

https://www.auswaertiges-amt.de/de/aamt/aussenpolitiklive/buergerwerkstatt-node

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